Marco Senftleber kam im vergangenen Oktober zum SV Biengen und hat die erste Mannschaft übernommen. Die steckte tief im Tabellenkeller. Mit dem 37-jährigen gelang der Umschwung. Zum Rückrundenstart haben wir mit dem Coach gesprochen. Hier gibt's das Interview.

Marco, Deine bisherige Bilanz von 5 Siegen, 2 Unentschieden und 3 Niederlagen kann sich sehen lassen. Im November gab's vier zum Teil sehr deutliche Siege in Folge. Wie kam's dazu, dass die Mannschaft „plötzlich" wieder gewinnen konnte?
Die Mannschaft war lange in einem negativen Strudel, da wächst natürlich die Unsicherheit, das Selbstvertrauen nimmt noch mehr ab. Es wird wahnsinnig schwer, auch in dieser Liga die Spiele zu bestreiten. Da war dann natürlich der Effekt des Trainerwechsels, der gefruchtet hat. Manchmal kann man sich das nicht erklären, weil es ja die gleiche Mannschaft ist. Nur braucht es für den Kopf manchmal genau diese Sache: Neue Energie, die ich versucht habe, reinzubringen. Ein positives Mind-Set und auch ein gewisser Arbeitsethos: Ohne Fleiß holt man halt keine Punkte. Es ging darum, in die Köpfe reinzukommen und das Selbstvertrauen zu steigern. Und das gelingt aber nur zusammen mit Siegen. Deshalb war ich froh, dass wir das geschafft haben. Dazu gehört auch immer etwas Glück im Spielverlauf.
Der Kader ist verhältnismäßig klein: Wie geht's in der Rückrunde weiter, was ist Euer Ziel?
Der Kader ist jetzt nicht ultra breit. Wir haben Langzeitverletzte und studienoder berufsbedingte Abwesenheiten. Da muss ich ein bisschen rumjonglieren, aber das wird sich jetzt langsam entspannen. Wir wollen uns jetzt möglichst schnell ein gutes Polster zu erarbeiten – auch wenn das Auftaktprogramm schwer ist. Aber wir wollen mit unten nichts mehr zu tun haben, weil es in der Liga einfach wahnsinnig eng ist. Bis Platz 7 oder 8 muss sich eigentlich jede Mannschaft mit dem Tabellenkeller beschäftigen.
Du bist jetzt ein halbes Jahr in Biengen: Wie ist Dein Eindruck vom Verein und Mannschaft?
Ich habe mich von Anfang an wohl gefühlt – im Verein und auch in der Mannschaft. Danke an alle Verantwortlichen und alle Fans des SV Biengen, die uns so herzlich empfangen haben! Auch im Team war und ist eine positive Grundstimmung, das hat mich gefreut. Deswegen bin ich sehr zufrieden.
Bei den Spielen verlässt Du manchmal die Coaching-Zone und stehst gefühlt als Außenspieler und 12. Mann auf dem Platz: Juckt es Dich noch, selbst mal wieder zu kicken?
Manchmal bin ich sehr emotional da draußen, ich muss mich mal auch bremsen, hinsetzen und die Jungs einfach mal machen lassen. Es geht darum, von außen Hilfe zu geben. Und ich sehe es auch als meine Aufgabe an, von außen Energie auf's Spielfeld zu bringen. Aber leider kann ich selber nicht mehr spielen. Deswegen genieße ich es auch am Spielfeldrand. Aber wenn ich die Wahl hätte: Immer selber spielen.
